„Böhnchen – Freud und Leid mit einem Fohlen“ knüpft inhaltlich
an das Vorgängerwerk „Schicksal Pferd – Des Reiters Freud, des Partners
Leid“ an. Viele der Personen und Tiere, die dem Leser über Schicksal
Pferd bereits vertraut sind, tauchen hier wieder auf: der leidgeprüfte
Ehemann einer – sehr sympathisch gezeichneten – Pferdenärrin (als
Ich-Erzähler), die pferdeverrückte Ehefrau selbst, der Nachbar mit den
vielen Kindern – und, als Hauptfigur, Wishbone, vom Ich-Erzähler und
seiner Frau auch liebevoll „Böhnchen“ genannt, ein selbstgezüchteter
Hengst, der das wilde, ungezwungene Leben liebt und sich so gar nicht
den Wünschen seiner stolzen Besitzer beugen will.
Doch anders als in Schicksal Pferd, das eine Sammlung von Kolumnen
darstellt, erzählt „Böhnchen – Freud und Leid mit einem Fohlen“, in 22
Kapiteln eine durchgehende Geschichte, in deren Mittelpunkt eben jener
Hengst steht. Die Geschichte selbst wird zum Teil in Rückblenden
erzählt, was dem Ganzen Spannung und Dynamik verleiht.
„Böhnchen“ entwickelt sich für den Ich-Erzähler und seine Frau mehr und
mehr zum Problemfall. Das Tier beginnt an einer ebenso merkwürdigen wie
schweren Erkrankung zu leiden und wird im Anhänger von einem
Spezialisten zum nächsten gekarrt. Man besucht einen Haptonomen, einen
Homöopathen, einen Ostheopathen und einen Akkupunkturtierarzt. Doch
statt gesund zu werden, wird das Pferd im-mer kranker, so dass die
Spannung und Verzweiflung im Hause des Ich-Erzählers wächst. Der Autor
ist fast rund um die Uhr mit „Böhnchen“ beschäftigt, rennt nicht selten
den Ereignissen hinterher und muss zwischendurch immer wieder dafür
sorgen, dass der schiefhängende Haussegen wieder gerade gerückt wird. Er
versucht, seine Rückstände und Defizite im Hinblick auf den
fachmännischen Umgang mit Pferden durch seinen enthusiastischen Einsatz
zu kompensieren – was bei seiner Frau allerdings nicht immer auf
Wohlwollen stößt.
Doch Ende gut, alles gut: Das schwerkranke Fohlen erholt sich wie durch
ein Wunder und wird zu einem sehr lebendigen Pferd. Der Autor und
Ich-Erzähler trägt einige gequetschte Rippen davon, doch seine Ehe hält
stand.